Zwischen Kontrolle und Aufmerksamkeit
Ein Portrait beginnt für mich nicht mit der Kamera. Es beginnt mit der Situation davor: mit dem Raum, dem Gespräch, der Stimmung und der Frage, wie viel Führung ein Mensch braucht, um sichtbar zu werden.
Ich interessiere mich für Portraits, die nicht zu sehr behaupten. Bilder, die nicht versuchen, eine Person vollständig zu erklären, sondern einen klaren, ehrlichen Moment zeigen. Dafür braucht es Ruhe — nicht als Stilmittel, sondern als Arbeitsweise.
Raum für Präsenz
Am Set versuche ich, einen Rahmen zu schaffen, in dem Präsenz entstehen kann. Manche Menschen brauchen Bewegung, andere Stille. Manche öffnen sich im Gespräch, andere in den kurzen Pausen dazwischen.
Genau dort entstehen oft die stärksten Bilder: zwischen Pose und Beobachtung.
Was nicht sofort sichtbar ist
Ein gutes Portrait muss nicht laut sein. Es darf zurückhaltend bleiben und trotzdem Haltung zeigen. Für mich liegt seine Stärke darin, dass es Raum lässt — für Persönlichkeit, für Zwischentöne und für das, was nicht sofort sichtbar ist.



